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Der Schwarzburgbund

Ein kurzer geschichtlicher Abriß

Am 5. März 1836 unterzeichneten dreißig Studenten in Uttenreuth bei Erlangen die Eingabe an das Stadtkommissariat, am 8. März 1836 wurde diese bewilligt, am 9. März 1836 stieg die erste Kneipe. Die heutige Christliche Studentenverbindung Uttenruthia, die spätere Mutterverbindung des SB, war geboren. Waren schon die Trenkle'schen Thesen ungewöhnlich

Kein Wunder, daß weitere Verbindungen den Zusammenschluß mit der Uttenruthia suchten. Über eine lange Reihe von Richtungskämpfen, Austritten und Abspaltungen kamen schließlich Pfingsten 1887 vier Verbindungen in Schwarzburg zusammen und gründeten den Schwarzburgbund: Die Uttenruthia Erlangen, Tuiskonia Halle, Sedinia Greifswald und Nordalbingia Leipzig. Ein Verdienst des Schwarzburgbundes war ohne Zweifel der Versuch der sittlichen Erneuerung der deutschen Studentenschaft. In Erlangen erreichte die Uttenruthia um die Wende zum 20.Jahrhundert, daß drei Viertel aller Studenten die Universität durchliefen, ohne Fechtzweikämpfe durchgestanden zu haben. An anderen Hochschulorten mag die Situation durch den Einfluß von SB-Verbindungen ähnlich gewesen sein. Scharfsinnige Argumente statt scharfgeschliffener Schläger war die Devise der durchaus streitbaren Erlanger Theologiestudenten, die zur Devise des gesamten SB wurde. Die vier Gründungsverbindungen blieben mit ihren Idealen nicht allein: In den nächsten Jahrzehnten wuchs der SB auf über 20 Verbindungen in Deutschland und Österreich an und hatte seinen festen Stellenwert im universitären Leben.


Im dritten Reich wurden alle Verbindungen zum 31.12.1935 verboten. Der SB wurde 1939 zwangsaufgelöst. 1946 wurde die Uttenruthia Erlangen als erste deutsche Studentenverbindung wieder zugelassen. 1951 wurde der SB wieder begründet. Heute gibt es etwa 25 aktive Verbindungen und 30 Philistervereine mit rund 3000 Bundesgeschwistern.


Der Schwarzburgbund, von dessen älteren Verbindungen viele aus der Tradition der fortschrittlichen Progressburschenschaften hervorgingen, steht auch heute neuen Ansätzen aufgeschlossen gegenüber: So hat der farbentragende SB 1958 die AV Kristall als nicht farbenführende Verbindung aufgenommen. Auch der Verzicht auf das strikte Christianum geht auf diese Zeit zurück. Damals wurde die Satzung dahingehend geändert, dass die SB-Bundesgeschwister (damals noch nur Bundesbrüder) zwar nicht Mitglied einer christlichen Kirche sein müssen, aber dem christlichen Glauben gegenüber aufgeschlossen sein und sich aktiv mit dem Christentum auseinandersetzen sollen. In Folge der Veränderungen der 68-er überließ der SB 1972 als einer der ersten studentischen Dachverbände den einzelnen Bünden die Entscheidung über die Aufnahme von Frauen. Heute ist etwa die Hälfte aller SB-Verbindungen gemischt, damit ist der SB der größte Dachverband in Deutschland mit gemischten Studentenverbindungen. 1996 wurde mit der AV Athenia Würzburg die erste reine Damenverbindung in den SB aufgenommen. Damit ist der SB auch der erste und bislang einzige Dachverband, in dem gemischte Verbindungen, reine Herrenverbindungen und reine Damenverbindungen vertreten sind.


Quelle: www.schwarzburgbund.de

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Letzte Revision: 2008/02/06

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