Constitution
(Gründungssatzung von 1870)
Gründungssatzung der Studentenverbindung Nordalbingia zu Leipzig
Die Nordalbingia ist eine christlich deutsche Studentenverbindung; An ihre Spitze stellt sie das Prinzip der christlichen Sittlichkeit.
Mit dieser Bezeichnung und diesem Prinzip ist selbstverständlich ihr Zweck und ihre Aufgabe gegeben: Ein christlich deutsches Studententhum darzustellen nach seiner sittlichen, wissenschaftlichen und geselligen Seite.
Nach seiner sittlichen Seite: Nur im Christenthum hält sie wahre Sittlichkeit für möglich und sieht deshalb im Christenthum die Grundlage, wie alles menschlichen Lebens überhaupt, so aucheines wahren Studenthums. In ihrem Wesen aber als christlich deutsche Studenvenverbindung liegt für sie die Schranke sowohl im christlichen, als des studentischen. Wie nämlich der Verbindung keine Pflege des christlichen zukommt, insoweit dieselbe über den Bereich einer Studentenverbindung hinausgeht (z. B. irgendwelcher dogmatischer oder confessioneller Art); so kennt sie andererseits zusammen keine Berechtigung des studentischen welches dem Ernste christlicher Gesinnung und Sitte widerstreitet, verwirft damit unter anderem selbstverständlich auch das Duell.
Nach seiner wissenschaftlichen Seite: Die Verbindung setzt bei jedem ihrer Mitglieder ein ernstes wissenschaftliches Interesse und Streben voraus, ohne dies ja überhaupt ein Student weder sein soll noch kann, doch verfolgt sie nicht direct als Verbindung wissenschaftliche Zwecke, sondern sucht nur indirect den wissenschaftlichen Geist in ihrer Mitte zu fördern und zu heben.
Nach der geselligen Seite: Das einigende Band der Mitglieder unter einander ist die brüderliche Liebe, die überhaupt die Seele des ganzen Gesammt wie Einzelverkehrs ist.
Dies ist allgemeinen Statuten der Verbindung als Ausdruck des Geistes, die die Gründung desselben hervorgerufen und stets in ihr herrschen soll. Natürlich stehen sie nicht als Gesetz über derselben, an das sich dann ein weiterer Comment anschlösse; einen solchen kennt die Verbindung jüberhaupt nicht. Nicht nur durch gesetzliche Bestimmungen schützt jeder Gesit die Verbindung, sondern umgekehrt, in freiem Streben hegt und schützt die Verbindung jeder Zeit den rechten Geist in ihrer Mitte.
Deshalb setzt die Verbindung von jedem neu Aufzunehmenden voraus, dass er aufrichtig gewillt ist, das Prinzip der Verbindung auch zu seiner persönlichen Überzeugung zu machen und auch seinen Theil nach Kräften zur Realisierung desselben beizutragen. Dieses aber auch nicht mehr fordert sie von demselben.
Zur Unterscheidung von anderen studentischen Corporationen tragen die Mitglieder der Verbindung eine blaue Mjütze mit goldener Passepoil und blau-gold-schwarzer Percussion und ein blau-gold-schwarzes Band.
Gründer der Verbinder, die am 29. Juni 1870 auf Grund dieses Prinzips sich zu einem festen Verein zusammengeschlossen und hiermit (12. Juli) obige allgemeine Constitution der Nordalbingia unterschreiben:
Georg Alt, stud. Theol. Aus Seubersdorf in Bayern, geboren am 13. Februar 1846.
Lothar Boehme, stud. Philol. Aus Johanngeorgenstadt, geb. am 10. Februar 1847.
Carl Egon Ebert, stud. Thol. Aus Auerbach, i/V, geboren am 11. August 1849.
Gottlieb Effert, st. math. Aus Hersbruck (Bayern), geboren am 12. Februar 1849
Egbert Göhler, stud. Theol. Aus Dresden, geboren am 6. Juli 1850.
Hans Kern, stud. Philol. Aus Uffenheim in Bayern, geboren am 25. October 1850.
C. Knöchel, stud. Theol. Aus Schwerin in Mecklenburg, geb. am 19. August 1848.
Paul Lohmann, st. Theol. Aus Hohenkirchen, geb. d. 21. Oct. 1848.
Adolf Müller, st. Theol. Aus Plietnitz in Hinterpommern, geb. 10/7 1847.
Hermann Aug. Oehme, st. Theol. Aus Raschau in Sachsen, geb. den 3. Aug. 1848
Johann Christian Reimpell, st. Theol. Aus Lübeck, geb. d. 29. Oct. 1848
Rudolf Schmidt, st. Theol. Aus Parchim (Mecklbg-Schw.), geb. d. 11. Juni 1851.
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